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Einnahmen-Ausgaben-Rechner

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EINNAHMEN-AUSGABEN-RECHNUNG

1. Begriff

Die Einnahmen- und Ausgabenrechnung ist ein vereinfachtes Buchführungssystem, das sich auf die Aufzeichnung von Zahlungsvorgängen beschränkt. 

Zur Ermittlung des Gewinnes bzw. Verlustes werden die tatsächlich zugeflossenen Betriebseinnahmen
den tatsächlich abgeflossenen Betriebsausgaben eines Kalenderjahres
gegenüber gestellt.

Bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung werden Veränderungen des Betriebsvermögens, die nicht in Betriebseinnahmen bzw. -ausgaben ihren Niederschlag finden, unberücksichtigt belassen. Kassa- bzw. entsprechende Bankbewegungen werden in der Gewinnermittlung
nur dann berücksichtigt, wenn es sich dabei um betrieblich veranlasste Zu- oder Abgänge handelt. Dem Einnahmen-Ausgaben-Rechner trifft somit nur die Verpflichtung die Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben, gleichgültig, ob diese bar oder unbar erfolgen, sowie die unbaren Entnahmen und Einlagen aufzuzeichnen.

2. Voraussetzungen

Der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebausgaben darf nur dann als Gewinn angesetzt werden, wenn
- keine gesetzliche Verpflichtung zur Buchführung besteht und
- Bücher auch nicht freiwillig geführt werden.

Eine gesetzliche Verpflichtung zur Führung von Büchern besteht für Unternehmer dann, wenn der Umsatz des Betriebes in zwei aufeinander folgenden Kalenderjahren jeweils
€ 400.000,-- (S 5 Mio.), bei Lebensmitteleinzelhändlern und Gemischtwarenhändlern jeweils
€ 600.000,-- (S 8 Mio.) überstiegen hat.

Werden die Umsatzgrenzen des vorherigen Absatzes überschritten, so tritt die Verpflichtung ordnungsgemäße Bücher zu führen mit Beginn des darauf zweitfolgenden Kalenderjahres ein. Eine Verpflichtung Bücher zu führen erlischt, wenn die genannte Grenze in zwei
aufeinanderfolgenden Kalenderjahren nicht überschritten wird, mit Beginn des darauffolgenden Kalenderjahres. Macht ein Unternehmer glaubhaft, dass die genannten Umsatzgrenzen nur vorübergehend und aufgrund besonderer Umstände überschritten worden sind, so hat das Finanzamt auf Antrag die Verpflichtung Bücher zu führen aufzuheben.

Als Umsatz gelten die im Inland entgeltlich erbrachten Lieferungen und Leistungen, der Eigenverbrauch, sowie Umsätze im Ausland erbrachter Leistungen. Nicht für die obgenannten Umsatzgrenzen sind maßgebend, Umsätze aus Geschäftsveräußerungen, aus Entschädigungen, Grundstücksumsätze, Geld- und Bankumsätze, sowie Umsätze aus Vermietung und Verpachtung von Grundstücken.


3. Mindestaufzeichnungspflichten

Einnahmen-Ausgaben-Rechner müssen nachstehende Aufzeichnungen führen:    
                                                                            
3.1 Aufzeichnung der Betriebseinnahmen und -ausgaben
3.2 Wareneingangsbuch
3.3 eine Anlagenkartei
3.4 Lohnkonten, 

sofern Dienstnehmer beschäftigt werden.                        

Darüber hinaus sind auch in einzelnen Steuergesetzen Aufzeichnungsverpflichtungen enthalten, wie beispielsweise im Umsatzsteuergesetz, im Getränkesteuergesetz und anderen.

3.1 Aufzeichnung der Betriebseinnahmen und -ausgaben

3.1.1 Bare Aufzeichnungen 

Die Abgabenpflichtigen haben von den Bargeldbewegungen die erfolgswirksamen Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben zu erfassen. Privateinlagen und Privatentnahmen bzw. Bewegungen zwischen Kassa und Bank sind nicht einzutragen. Nicht aufzunehmen
sind auch Barzahlungen von Anlagegütern. Diese sind erst im Wege einer Absetzung für Abnutzung in der Anlagenkartei (siehe Punkt 3.3) zu erfassen. Nicht festgehalten werden muss auch der jeweilige Kassastand.

3.1.1.1 Ermittlung der Tageslosung durch Rückrechnung

Werden die Betriebseinnahmen eines Tages - Tageslosung - nicht einzeln erfasst, sondern durch Rückrechnung aus End- und Anfangsbestand ermittelt, dann sind End- und Anfangsbestand,
alle Barausgänge sowie nicht erfolgswirksame Bareingänge täglich zu erfassen (sog. Kassabuch mit Bestandsfeststellung).

3.1.1.2 Behandlung von Barschecks, Kreditkarten, Bons und Gutscheinen

Die Entgegennahme von Barschecks und die Bezahlung mit Kreditkarten lösen keine Bargeldbewegung aus. Es bestehen jedoch keine Bedenken, wenn die Entgegennahme von Barschecks und die Bezahlung mit Kreditkarten wie Bargeldbewegungen erfasst werden.
Die einmal gewählte Vorgangsweise ist beizubehalten. Dies gilt auch bei Bezahlung einer Leistung mit Bons.

Bei Gutscheinen ist der Zeitpunkt des Barverkaufes der Gutscheine und nicht deren Einlösung für die Erfassung der Bargeldbewegung maßgeblich.

3.1.2 Unbare Aufzeichnungen

Erfolgswirksame Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben, die nicht in Bargeld getätigt werden, sondern über ein Bankkonto, sind in einem eigenen Bankbuch oder in einem kombinierten Buch für bare und unbare Geldbewegungen aufzuzeichnen.

3.1.2.1 Erleichterung für Bankeinnahmen und Bankausgaben

Eine Sammlung der Bankkontoauszüge samt den dazugehörigen Einzelbelegen gilt als Aufzeichnung der Bankeinnahmen und Bankausgaben, wenn die Kontoauszüge lückenlos aufgewahrt werden. Bei Bankkonten, die sowohl betriebliche als auch private Bewegungen
enthalten (sogenannte gemischte Konten), gilt die Sammlung der Bankkontoauszüge nur dann als Aufzeichnung, wenn den Abgabenbehörden in alle Bankkontoauszüge und die
dazugehörigen Einzelbelege Einsicht gewährt wird.


3.2 Wareneingangsbuch

Gewerbliche Unternehmer sind verpflichtet für steuerliche Zwecke ein Wareneingangsbuch zu führen

In das Wareneingangsbuch sind alle Waren (einschließlich der Rohstoffe, Halberzeugnisse, Hilfsstoffe und Zutaten) einzutragen, die der Unternehmer zur gewerblichen Weiterveräußerung, sei es in derselben Beschaffenheit, sei es nach vorheriger Bearbeitung oder Verarbeitung, auf eigene oder auf fremde Rechnung erwirbt. Waren, die nach der Art des Betriebes üblicherweise zur gewerblichen Weiterveräußerung erworben werden, sind auch dann einzutragen, wenn sie für betriebsfremde Zwecke verwendet werden.

Das Wareneingangsbuch muss für die oben genannten Waren folgende Angaben enthalten:                                                                        

- fortlaufende Nummer der Eintragung
- Tag des Wareneinganges oder der Rechnungsausstellung
- Name (Firma) und Anschrift des Lieferanten
- Bezeichnung, wobei eine branchenübliche Sammelbezeichnung genügt
- Preis
- Hinweis auf die dazugehörigen Belege.

Die Eintragungen sind in richtiger zeitlicher Reihenfolge vorzunehmen; die Beträge sind monatlich und jährlich zusammenzurechnen. Die Eintragungen sind zeitgerecht vorzunehmen. Gleichzeitig mit der Eintragung ist auf dem Beleg, wenn ein solcher erteilt worden ist, die fortlaufende Nummer, unter der die Ware im Wareneingangsbuch eingetragen ist, zu vermerken.


3.3 Anlagekartei

Wie bereits oben erwähnt, sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens (Investitionsgüter) deren Nutzung sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, nicht sofort als Betriebsausgabe abzusetzen, sondern es sind die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten über den Gesamtnutzungszeitraum zu verteilen und abzusetzen (Absetzung für Abnutzung).

Einnahmen-Ausgaben-Rechner müssen ein Verzeichnis (Anlagekartei) der im Betrieb verwendeten Wirtschaftsgüter des abnutzbaren Anlagevermögens führen.

Das Verzeichnis hat unter genauer Bezeichnung jedes einzelnen Anlagegutes zu enthalten:                                                                            
- Anschaffungstag,
- Anschaffungs- oder Herstellungskosten,
- Name und Anschrift des Lieferanten,
- voraussichtliche Nutzungsdauer,
- Betrag der jährlichen Absetzung für Abnutzung und
- den noch absetzbaren Betrag (Restbuchwert).


3.4 Lohnkonto


Sofern der Einnahmen-Ausgaben-Rechner Arbeitnehmer beschäftigt, hat er am Ort der Betriebsstätte für jeden Arbeitnehmer ein Lohnkonto zu führen. Im Lohnkonto hat der Arbeitgeber folgendes anzugeben:            
- Name
- Versicherungsnummer gem. § 31 ASVG,
- Wohnsitz,
- Alleinverdiener/Alleinerzieherabsetzbetrag laut Antrag des Arbeitnehmers,
- Name und Versicherungsnummer des (Ehe) Partners, wenn der Alleinverdienerabsetzbetrag
berücksichtigt wurde,
- Pauschbetrag gem. § 16 Abs. 1 Z 6 und Kosten gem. § 16 Abs. 1 Z 6 letzter Satz (Pendlerpauschale)
- Freibetrag laut Mitteilung zur Vorlage beim Finanzamt (§ 63).


Darüber hinaus sind fortlaufend in Schilling nachstehende Beträge aufzuzeichnen:                                                                                                                   
- der Arbeitslohn, ohne jeden Abzug (Bruttolohn), inklusive aller geldwerten Vorteile, z. B. Kost und Quartier, Kfz zur Privatnutzung etc.
- Angabe des Auszahlungstages
- Lohnzahlungszeitraum (Tag, Woche, Monat)
- Bezüge getrennt nach laufenden und sonstigen Bezügen (Urlaubszuschuss, Weihnachtsremuneration)
- die einbehaltene Lohnsteuer


Darüber hinaus sollten aus dem Lohnkonto die Bemessungsgrundlage sowie die Beträge für Sozialversicherung, Dienstgeberbeitrag und Kommunalsteuer ersichtlich sein.


3.5 Inventur


Festzuhalten ist, dass Einnahmen-Ausgaben-Rechner keine Bestände (Warenbestände etc.) aufzeichnen müssen, daher nicht verpflichtet sind, eine jährliche Inventur durchzuführen.

4. Erfolgsermittlung


Wie bereits oben ausgeführt werden bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung den tatsächlich zugeflossenen Betriebseinnahmen die tatsächlich abgeflossenen Betriebsausgaben
gegenüber gestellt (Geldflussrechnung).


4.1 Betriebseinnahmen


Betriebseinnahmen sind alle durch den Betrieb veranlassten zugeflossenen Wirtschaftsgüter die in Geld oder Geldeswert bestehen.

Dazu gehören insbesonders:                                                                        
4.1.1 Einnahmen aus Lieferungen (z. B. Warenverkäufe etc.)
4.1.2 Einnahmen aus Leistungen (z. B. Dienstleistungen)
4.1.3 Einnahmen aus Hilfsgeschäften (z. B. Provisionen, Zinsen etc.)


Zu den Betriebseinnahmen gehören auch (fiktive Betriebseinnahmen):


4.1.4 Sachentnahmen (z. B. Entnahme von Waren etc.), diese führen zwar zu keinem Geldfluss sind aber auch im Rahmen der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung als Betriebseinnahmen
zu berücksichtigen.


4.1.5 Schuldenwegfall, der Wegfall einer betrieblichen Schuld bewirkt ebenfalls keinen Geldfluss, ist jedoch auch bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung als Betriebseinnahme zu berücksichtigen.


4.1.6 Sonderfälle Anzahlungen, Vorschüsse, Akonto-Zahlungen, etc., sind im Zeitpunkt des Zufließens als Betriebseinnahmen anzusetzen.

Sachwerte (Wirtschaftsgüter) als Entgelt: 

Werden Sachwerte als Gegenleistung für eine Lieferung oder Leistung vereinnahmt, so sind diese mit ihrem Geldwert (gemeiner Wert) als Betriebseinnahme anzusetzen. Sachwerte (Wirtschaftsgüter), die zum Anlagevermögen gehören (siehe Punkt 4.2.1) sind allerdings
nur mit der AfA als Betriebseinnahme anzusetzen.

Verkauf von Anlagegütern


Der Verkauf von Anlagegütern ist im Zeitpunkt des Geldflusses als Betriebseinnahme anzusetzen.


4.2 Betriebsausgaben


Betriebsausgaben sind Ausgaben, die durch den Betrieb veranlasst sind. Die Ausgaben müssen bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung tatsächlich abgeflossen sein, (siehe Ausführungen zu den Betriebseinnahmen). 

Zu den Betriebsausgaben gehören insbesonders:
- Abschreibungen (AfA)
- Einlagen
- Energie (Strom, Beheizung)
- Erhaltungsaufwand
- Fahrt- und Reisespesen (Inland, Ausland, Tages- und Nächtigungsdiäten)
- Gebühren (Umlagen, Gemeinde, Post, Telefon etc.)
- Geringwertige Wirtschaftsgüter
- Honorare (Anwalt, Notar, Steuerberater, Buchhaltung)
- Miete, Pacht (Gebäude, Maschinen, Telefon, Leasing)
- Personal (Löhne, Gehälter, Lohnnebenabgaben, wie gesetzlicher Sozialaufwand, Kommunalsteuer, DB, U-Bahn-Steuer)
- Reparaturen (Gebäude, Maschinen, Betriebsausstattung)
- Sonstiger Aufwand
- Sonstiges Material (Büro, Reinigung, Verpackung, Dekoration)
- Steuern und Abgaben (Umsatzsteuer, Grundsteuer, Alkoholabgabe, Getränkesteuer etc. nicht jedoch Einkommensteuer)
- Versicherungen (Betriebliche Sachversicherung, Pflichtversicherungen)
- Waren (Handelsware, Roh-, Hilfs-, Verbrauchsmaterial)
- Werbung (Inserate, Fotos, Anbahnung)
- Zinsen und Geldspesen (Bank, Darlehen, Finanzamt)

Zu den einzelnen Positionen:


4.2.1 Absetzung für Abnutzung


Bei Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, deren Verwendung oder Nutzung durch den Steuerpflichtigen zur Erzielung von Einkünften sich erfahrungsgemäß auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt (abnutzbares Anlagevermögen), sind die Anschaffungs-
oder Herstellungskosten gleichmäßig verteilt auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzusetzen (Absetzung für Abnutzung, bzw. AfA).


Abnutzbare Anlagegüter sind solche Wirtschaftsgüter, die im Betrieb der Abnutzung durch Gebrauch unterliegen (Gebäude, Maschinen, Geschäftseinrichtung, Fahrzeuge etc.)                                                        
Nicht abnutzbare Anlagegüter sind Anlagegüter, die keiner Abnutzung durch Gebrauch erliegen, z. B. Grund und Boden.                                        
Anschaffungskosten sind die Ausgaben, die für den Erwerb eines Wirtschaftsgutes aufgewendet wurden.                                                        
Herstellungskosten sind jene Kosten, die aufgewendet wurden, wenn das Anlagegut im Betrieb selbst hergestellt wurde.                                    
Nutzungsdauer: Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes bemisst sich nach der Gesamtdauer der Verwendung oder Nutzung des Wirtschaftsgutes.


Berechnung der Absetzung für Abnutzung (AfA):


Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines abnutzbaren Wirtschaftsgutes des Anlagevermögens, können nicht im Jahr der Anschaffung oder Herstellung als Betriebsausgabe abgesetzt werden, sondern sind auf die gesamte Nutzungsdauer zu verteilen und es kann jährlich nur der anteilige AfA-Betrag als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.                                                                                            
Abschreibungsbetrag = Anschaffungs-(Herstellungs-)Kosten
                                                Nutzungsdauer in Jahren                                
Beispiel:


Anschaff.kosten einer Maschine : betriebsgew. ND = Abschreibungsb.   
                                                                                                                                                 €  2.906,91                      : 5 Jahr                   = € 581,38 


Nutzungsdauer


Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer entspricht der technischen bzw. wirtschaftlichen Nutzbarkeit und ist, wenn keine entsprechenden Erfahrungswerte gegeben sind, im Schätzungswege zu ermitteln.


Der Gesetzgeber hat in zwei Fällen die Nutzungsdauer festgelegt, nämlich            
- bei Betriebsgebäuden (33,3333 Jahre), soweit sie unmittelbar der Betriebsausübung dienen und
- bei Personenkraftwagen, Kombinationskraftwagen 8 Jahre.
- Wird das Wirtschaftsgut im Wirtschaftsjahr mehr als sechs Monate genutzt, dann ist der gesamte auf ein Jahr entfallende Betrag abzusetzen, sonst die Hälfte dieses Betrages. 

4.2.2 Geringwertige Wirtschaftsgüter


Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren Anlagegütern können zur Gänze als Betriebsausgaben abgesetzt werden, wenn diese Kosten für das einzelne Anlagegut
€ 400,00  nicht übersteigen (netto ohne Mehrwertsteuer).


4.2.3 Erhaltungsaufwand


Aufwendungen zur Erhaltung der Betriebsfähigkeit bereits vorhandener Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, z. B. Reparaturaufwendungen u. ä., können sofort als Betriebsausgaben abgesetzt werden.
Wird jedoch die Wesensart des Wirtschaftsgutes verändert, so liegt kein Erhaltungsaufwand vor. Derartige Aufwendungen können nur im Wege über die Absetzung für Abnutzung abgeschrieben werden, z. B. Umbauten eines Gebäudes, Einbau von Zentralheizung u.ä.


4.2.4 Einlagen


Einlagen von Geld haben keinen Einfluss auf den Erfolg des Betriebes, sie werden daher im Rahmen einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung nicht erfasst.
Sacheinlagen sind als Betriebsausgaben zu erfassen und zwar mit dem Teilwert, höchstens mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten


5. Allgemeine Buchhaltungsvorschriften


- Sie sollen in einer lebenden Sprache und mit den Schriftzeichen einer solchen geführt werden. Soweit Bücher und Aufzeichnungen nicht in einer für den Abgabepflichtigen im Abgabenverfahren zugelassenen Amtssprache geführt werden, hat der Abgabepflichtige auf Verlangen der Abgabenbehörde eine beglaubigte Übersetzung der vorgelegten Kontoauszüge, Bilanzabschriften, oder Belege beizubringen. Soweit es für die Durchführung
einer abgabenbehördlichen Prüfung erforderlich ist, hat der Abgabepflichtige auf seine Kosten für die Übersetzung der eingesehenen Bücher und Aufzeichnungen in eine für ihn zugelassene Amtssprache Sorge zu tragen, hierbei genügt die Beistellung eines geeigneten Dolmetschers.


- Die Eintragungen sollen der Zeitfolge nach geordnet, vollständig, richtig und zeitgerecht vorgenommen werden. Die Vornahme von Eintragungen für einen Kalendermonat in die für Zwecke der Erhebung der Abgaben von Umsatz, Einkommen und Ertrag , ausgenommen Abzugssteuern, zu führenden Bücher und Aufzeichnungen ist zeitgerecht, wenn sie spätestens einen Monat und 15 Tage nach Ablauf des Kalendermonats erfolgt. An die Stelle des Kalendermonats tritt das Kalendervierteljahr, wenn dieses aufgrund umsatzsteuerrechtlicher Vorschriften für den Abgabenpflichtigen Voranmeldungszeitraum ist


- Soweit Bücher oder Aufzeichnungen gebunden geführt werden, sollen sie nach Maßgabe der Eintragungen Blatt für Blatt oder Seite für Seite mit fortlaufenden Zahlen versehen sein. Werden Bücher oder Aufzeichnungen auf losen Blättern geführt, so sollen diese in einem laufend geführten Verzeichnis (Kontenregister) festgehalten werden.


- Die zu Büchern oder Aufzeichnungen gehörigen Belege sollen derart geordnet aufbewahrt werden, dass die Überprüfung der Eintragungen jederzeit möglich ist.


- Die Eintragungen sollen nicht mit leicht entfernbaren Schreibmitteln erfolgen. An Stellen, die der Regel nach zu beschreiben sind, sollen keine leeren Zwischenräume gelassen werden. Der ursprüngliche Inhalt einer Eintragung soll nicht mittels Durchstreichens oder auf andere Weise unleserlich gemacht werden. Es soll nicht radiert und es sollen auch solche Veränderungen nicht vorgenommen werden, deren Beschaffenheit ungewiss lässt, ob sie bei der ursprünglichen Eintragung oder erst später vorgenommen worden sind.


6. Aufzeichnungspflichten für die Umsatzsteuer


Der Unternehmer ist verpflichtet, zur Feststellung der Umsatzsteuer und der Grundlage ihrer Berechnung Aufzeichnungen zu führen.


6.1 Aufzeichnungen über die Umsatzsteuerschuld


Der Umsatzsteuer unterliegen
- alle Lieferungen und Leistungen, die der Unternehmer im Inland gegen Entgelt erbringt,
- der Eigenverbrauch und
- die Einfuhr.


Der Einnahmen-Ausgaben-Rechner hat über die vereinnahmten Entgelte (Bareingänge und Eingänge auf dem Bankkonto)
- für alle ausgeführten Lieferungen und Leistungen
- unter Angabe des Tages
- getrennt nach steuerfreien und steuerpflichtigen Umsätzen und
- getrennt nach Steuersätzen
zu führen.


Weiters sind Aufzeichnungen zu führen, über die vereinnahmten Entgelte für
- noch nicht ausgeführte Lieferungen und Leistungen
- unter Angabe des Tages
- getrennt nach steuerfreien und steuerpflichtigen Umsätzen und
- getrennt nach Steuersätzen


Weiters sind Aufzeichnungen zu führen über den Eigenverbrauch, d.h. wenn er Gegenstände seinem Betrieb entnimmt für Zwecke, die außerhalb des Betriebes liegen.

6.2 Vorsteuern


Der Unternehmer kann die Umsatzsteuern, die ihm für an ihm erbrachte Lieferungen oder Leistungen in einer Rechnung ausgewiesen sind (Vorsteuern), von seiner Umsatzsteuerschuld in Abzug bringen. Über die Vorsteuern sind entsprechende Aufzeichnungen zu führen. Demnach hat der Unternehmer                                                                                                                
- die vereinnahmten Entgelte für steuerpflichtige Entgelte und sonstigen  Leistungen, die an ihm erbracht wurden
- die vor Ausführung dieser Umsätze vereinnahmten Entgelte
- und die auf diese Entgelte entfallende Steuer                                                        
fortlaufend aufzuzeichnen.


6.3 Besteuerungssystem


6.3.1 Ermittlung der Umsatzsteuerschuld


Einnahmen-Ausgaben-Rechner haben die Umsatzsteuer für die Betriebseinnahmen nach dem sogenannten "Ist-System" (Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten) zu ermitteln.                                                                    
Die Umsatzsteuerschuld entsteht am Ende des Monats, in dem die Zahlung eingeht.


6.3.2 Ermittlung der Vorsteuern


Die Vorsteuer wird nach dem sogenannten "Soll-System" (Besteuerung nach vereinbarten Entgelten) ermittelt.                                                                                
Die Vorsteuer-Forderung entsteht mit Ende jenes Monats in dem sowohl die Lieferung erfolgt ist, als auch eine den Bestimmungen des Umsatzsteuergesetzes entsprechende Rechnung vorliegt. Der Anspruch auf Geltendmachung des Vorsteuerabzuges wird daher in der Regel in jenem Monat vorliegen, in dem der Unternehmer die Rechnung erhalten hat.


6.4 Verbuchungsmethoden


Die Verbuchung der Umsatzsteuer bzw. Vorsteuerbeträge kann entweder nach der
- Nettomethode, d.h. Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben einerseits und Umsatzsteuer und Vorsteuern werden getrennt aufgezeichnet, oder  der                      
- Bruttomethode, d.h. die Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben werden inklusive der Umsatzsteuern bzw. der Vorsteuern aufgezeichnet.


6.4.1 Nettomethode


Bei der Nettomethode wird die Umsatzsteuer als Durchlaufposten behandelt, alle Einnahmen und Ausgaben werden somit netto verbucht.

Die Differenz der verbuchten Umsatzsteuern und Vorsteuern bildet entweder die Zahllast, die an das Finanzamt zu entrichten ist, bzw. wenn die Vorsteuern höher sind als die Umsatzsteuern ein Guthaben, das vom Finanzamt refundiert wird.

Die Zahllast stellt bei der Nettomethode keine Betriebsausgabe dar, ein Guthaben keine Betriebseinnahme.
Der Eigenverbrauch wird ebenfalls netto als Betriebseinnahme verbucht.
Die Vorsteuer, die auf Anlagegüter entfällt, kann bei der Nettomethode nicht als Betriebsausgabe angesetzt werden.


6.4.2 Bruttomethode


Die Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben werden brutto, d. h. inklusive der in ihnen enthaltenen Umsatzsteuer- bzw. Vorsteuerbeträge verbucht.

Die monatlichen Vorauszahlungen werden als Betriebsausgaben verbucht.            
Die Umsatzsteuer, die auf den Eigenverbrauch entfällt (Entnahme von Sachgütern), stellt keine Betriebsausgabe dar.                                                        
Die Vorsteuer, die in Investitionsgütern enthalten ist, ist in dem Monat, in dem das Anlagegut bezahlt wurde, als Betriebsausgabe abzusetzen.                            
Die Umsatzsteuerzahllast ist als Betriebsausgabe zu berücksichtigen, ein Umsatzsteuerguthaben dagegen ist eine Betriebseinnahme.


7. Steuererklärung

Für die Steuererklärungen gelten die allgemeinen Bestimmungen (Termin 31. März des folgenden Jahres, Verspätungszuschlag 10 % bei nicht rechtzeitiger Abgabe).

Darüber hinaus verlangt das Einkommensteuergesetz für                          Einnahmen-Ausgaben-Rechner, dass der Steuererklärung eine Abschrift der Aufstellung der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben beigefügt wird. Die Betriebsausgaben müssen in dieser Aufstellung gruppenweise gegliedert dargestellt werden.

 

8. Aufbewahrungsfrist


Bücher und Aufzeichnungen sowie die zu den Büchern und Aufzeichnungen gehörigen Belege sind sieben Jahre aufzubewahren; darüber hinaus sind sie noch so lange aufzubewahren, als sie für die Abgabenerhebung betreffende anhängige Verfahren von Bedeutung sind, in denen diejenigen Parteistellung haben, für die aufgrund von Abgabenvorschriften die Bücher und Aufzeichnungen zu führen waren oder für die ohne gesetzliche Verpflichtung
Bücher geführt wurden. Soweit Geschäftspapiere und sonstige Unterlagen für die Abgabenerhebung von Bedeutung sind, sollen sie sieben Jahre aufbewahrt werden. Diese Fristen laufen für die Bücher und die Aufzeichnungen vom Schluss des Kalenderjahres, für das die Eintragungen in die Bücher oder Aufzeichnungen vorgenommen worden sind, und für die Belege, Geschäftspapiere und sonstigen Unterlagen vom Schluss des Kalenderjahres,
auf das sie sich beziehen; bei einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr laufen die Fristen vom Schluss des Kalenderjahres, in dem das Wirtschaftsjahr endet. 

 

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